Natur

Hirschbrunft — das nächtliche Schauspiel des Waldes

Im Frühherbst beginnen die Wälder Masurens (der Masurischen Seenplatte) völlig anders zu klingen. Es ist die Zeit der Hirschbrunft, also der Paarungszeit der Rothirsche.

Abends und in den frühen Morgenstunden tragen sich tiefe, sehr charakteristische Laute durch den Wald. Für viele Menschen ist die erste Begegnung mit der Brunft etwas, das man so schnell nicht vergisst.

Die Hirsche versuchen dann, ihre Rivalen zu vertreiben und die Hirschkühe anzulocken. Ihre Rufe können über erstaunliche Entfernungen tragen und sich an Seen und Tälern brechen.

In der Johannisburger Heide (Puszcza Piska) und in den umliegenden Wäldern sind die Bedingungen für das Erleben der Brunft außergewöhnlich gut. Sie müssen nicht in entfernte Nationalparks fahren, um echte Hirsche zu hören.

Oft genügt ein ruhiger Abend auf der Terrasse oder ein Spaziergang am Waldrand. Die Laute kommen ganz von selbst in den Hintergrund.

Die Brunft erinnert daran, dass die masurische Natur keine „Kulisse“ ist. Sie ist ein lebendiges Ökosystem, das unabhängig von der Touristensaison seinen eigenen Rhythmus hat.

Im Herbst hat Masuren dadurch eine ganz andere Stimmung als im Sommer — wilder, stiller und intensiver.

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