Nach 1945 veränderte sich Masuren fast vollständig. Die Front zog durch die Region, die Staatsgrenzen wurden verschoben, und Ostpreußen hörte auf zu existieren.
Der südliche Teil der Region kam zu Polen. Für gewöhnliche Menschen bedeutete dies eine enorme Veränderung — eine neue Verwaltung, eine neue Amtssprache und eine neue Realität.
Innerhalb weniger Jahre kam es hier zu einem nahezu vollständigen Bevölkerungsaustausch. Viele frühere Bewohner wurden vertrieben oder verließen die Region.
An ihrer Stelle kamen Menschen aus verschiedenen Teilen Polens: Umsiedler aus den ehemaligen Ostgebieten, Bewohner Zentralpolens und Menschen, die nach dem Krieg einen Neuanfang suchten.
Deshalb ist das moderne Masuren gleichzeitig sehr alt und sehr jung. Die Seen sind Jahrtausende alt, doch die meisten Familien wohnen hier erst seit zwei oder drei Generationen.
In den ersten Jahren nach dem Krieg herrschte großes Chaos. Viele Güter standen leer, Eigentumsgrenzen waren unsicher und die Zukunft der gesamten Region ungewiss.
Für viele ist es überraschend, dass das „polnische Masuren" in seiner heutigen Form erst seit etwa 80 Jahren existiert.
Es ist eine jener Geschichten, die aus der Perspektive eines Urlaubsaufenthalts meist unsichtbar bleiben, aber die Art, wie man diese Region betrachtet, grundlegend verändern.