Einige Kilometer von Skorupki entfernt liegt Ryn mit seiner alten Deutschordenburg. Es ist einer jener Orte, die daran erinnern, dass Masuren eine weit längere Geschichte hat, als der moderne Tourismus vermuten lässt.
Die Burg entstand im 14. Jahrhundert zwischen zwei Seen — dem Ryńskie-See und dem Ołów-See. Schon damals spielte das Wasser hier eine sehr wichtige Rolle.
Am bemerkenswertesten ist jedoch der unterirdische Kanal, der beide Seen verband. Er war über 170 Meter lang und nutzte den natürlichen Höhenunterschied des Wasserspiegels.
So konnte die Burgmühle angetrieben werden — ein Beispiel mittelalterlicher Wasserbaukunst, die Jahrhunderte vor moderner Energietechnik funktionierte.
Heute wissen nur wenige, dass unter diesem stillen masurischen Städtchen einmal ein so fortschrittliches Wassersystem in Betrieb war.
Ryn wird oft vor allem mit dem Yachthafen und dem Burghotel verbunden. Dabei ist seine Geschichte weit technischer und wasserverbundener, als man vielleicht erwartet.
Es ist eine gute Erinnerung daran, dass die Seen Masurens schon immer mehr waren als nur eine Landschaft zum Betrachten.