Haus

Wie das traditionelle masurische Haus aussah

Das traditionelle masurische Haus — das alte bäuerliche Wohnhaus in Masuren (die Masurische Seenplatte) — war denkbar schlicht. Es war nicht dazu gedacht zu beeindrucken. Es sollte vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit schützen und sich zugleich ruhig in die Landschaft aus Seen und Wäldern einfügen.

Die ältesten Häuser wurden ganz aus Holz errichtet. In der Regel wurden Kiefer oder Fichte verwendet; daraus entstanden klassische Block- und Balkenbauten, bei denen die Stämme in der traditionellen Technik „na zrąb“ an den Ecken verkreuzt wurden.

Die Baukörper blieben ruhig und gestreckt. Ein Satteldach überdeckte das Erdgeschoss und einen niedrigen Dachraum. Es gab wenig Schmuck und keine komplizierten Formen.

Die Fenster waren eher klein und schmal. Es ging mehr darum, die Wärme zu halten, als große Ausblicke oder weite Verglasungen zu schaffen.

Dunkle Fassaden waren völlig selbstverständlich. Das Holz wurde mit Teer imprägniert oder dunkelte mit den Jahren unter Sonne, Regen und Wind ganz von selbst nach.

Trotz dieser Schlichtheit fehlte es den Häusern nie an feinem Detail. Schmale Holzleisten, geschnitzte Giebelornamente (sogenannte „Vorhang“-Verzierungen) und dezente Tischlerarbeiten verliehen den Bauten eine stille Leichtigkeit.

Vor dem Haus lagen häufig ein kleiner Garten und ein hölzerner Zaun. Alles wirkte eher häuslich als repräsentativ.

Heute sind viele dieser alten masurischen Gehöfte verschwunden oder bis zur Unkenntlichkeit umgebaut. Umso reizvoller ist es, Orte aufzuspüren, die ihre ruhigen Proportionen und ihren lokalen Charakter bewahrt haben.

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